Aufträge ablehnen lernen – besonders vor Weihnachten

Die Vorweihnachtszeit gehört für viele Handwerker zur intensivsten Phase des Jahres. Kunden wollen kurz vor knapp noch schnell etwas erledigt haben, Reparaturen häufen sich und spontane Anfragen kommen täglich hinzu. Gerade als junger Selbstständiger möchtest du niemanden enttäuschen – doch genau das führt oft dazu, dass du viel zu viele Aufträge annimmst.

Dabei ist es wichtig zu lernen, Aufträge auch einmal abzulehnen: Klar, professionell und ohne Kunden zu verlieren. Im Gegenteil – klare Grenzen schaffen Vertrauen und zeigen, dass du strukturiert und verantwortungsbewusst arbeitest.

Warum es so schwer ist, „nein“ zu sagen

Als junger Selbstständiger kennst du diese Gedanken sicher:
– die Angst, einen Kunden zu vergraulen
– die Sorge um entgangenen Umsatz
– das Gefühl, immer verfügbar sein zu müssen
– die Befürchtung, dass der Kunde beim nächsten Mal jemand anderen beauftragt

Doch ein überfüllter Kalender führt zu Stress, Zeitdruck, Qualitätsverlust und am Ende zu unzufriedenen Kunden. Ein professionelles „Nein“ ist deshalb keine Schwäche – sondern ein Zeichen von Qualität.

Wann du vor Weihnachten unbedingt ablehnen solltest

Ein „Nein“ ist sinnvoll, wenn:
– du vollständig ausgebucht bist
– der Zeitrahmen unrealistisch ist
– du merkst, dass die Qualität sonst leiden würde
– keine Zeit für eine ordentliche Planung bleibt
– der Kunde alles sofort haben möchte

Ein ehrliches Argument wie „ich möchte dir gute Arbeit liefern, aber dafür brauche ich mehr Zeit“ wird von den meisten Kunden verstanden und respektiert.

Wie du Aufträge ablehnst, ohne Kunden zu verlieren

1. Freundlich, klar und direkt sein

Ein direktes, respektvolles Statement wirkt professioneller als Ausreden oder Hinauszögern.
Beispiel:
„Vielen Dank für deine Anfrage. Leider bin ich vor Weihnachten komplett ausgelastet und kann den Auftrag nicht mehr zuverlässig umsetzen.“

2. Einen alternativen Termin anbieten

So zeigst du, dass du dennoch Interesse am Auftrag hast.
„Ich kann dir aber gerne einen Termin ab dem 10. Januar anbieten.“

3. Qualität als Begründung nennen – ohne dich zu rechtfertigen

„Ich möchte deine Arbeit in der gewohnten Qualität ausführen. Das ist vor Weihnachten nicht möglich.“

4. ruhig und selbstbewusst bleiben

Ein souveränes „Nein“ zeigt professionelle Organisation und schützt dein Zeitmanagement.

Warum ein abgelehnter Auftrag trotzdem Vertrauen schaffen kann

Viele Kunden reagieren positiv, wenn du offen kommunizierst, dass du aktuell keine Kapazitäten hast.
Sie sehen:
– du bist gefragt
– du arbeitest geplant
– du setzt auf Qualität statt Quantität

Oft kommt dann sogar: „Kein Problem, wir warten gerne.“

Praktische Formulierungen für deinen Alltag

Freundliche Absage:
„Vielen Dank für deine Anfrage! Leider ist mein Kalender bis Weihnachten komplett voll, und ich möchte deine Arbeit in der bestmöglichen Qualität ausführen. Das ist momentan nicht möglich.“

Alternativtermin:
„Gerne kann ich dir einen Termin im Januar anbieten – sag mir einfach, ob das für dich passt.“

Fazit

Aufträge abzulehnen gehört zum Unternehmersein – besonders in der Vorweihnachtszeit. Du schützt damit deine Qualität, deine Zeit und deine Gesundheit. Und das Beste: Ein klar formuliertes, freundliches „Nein“ stärkt häufig sogar die Kundenbeziehung, weil es ehrlich, professionell und respektvoll ist.

Bild: istock.com/Sinenkiy

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