Wenn du deinen eigenen Handwerksbetrieb gegründet hast, ist ein Firmenfahrzeug oft eine der ersten großen Anschaffungen. Ob für Werkzeuge, Materialtransporte oder Kundentermine – ohne fahrbaren Untersatz geht im Handwerk meist wenig. Aber wie kommst du am besten zu deinem ersten Firmenfahrzeug? Kauf, Leasing oder Finanzierung – jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile. In diesem Beitrag bekommst du einen Überblick, damit du eine fundierte Entscheidung für deinen Betrieb treffen kannst.
1. Kauf – volle Kontrolle, hohe Anfangskosten
✅ Vorteile:
- Du bist der Eigentümer: Das Fahrzeug gehört dir, du kannst damit machen, was du willst – ob Folierung mit deinem Logo oder Umbauten für deine Werkzeuge.
- Keine Kilometerbegrenzung: Gerade im Handwerk fährst du oft weite Strecken – beim Kauf musst du keine Rücksicht auf vertragliche Fahrleistungsgrenzen nehmen.
- Langfristig günstiger: Auf Dauer kann der Kauf günstiger sein als Leasing, weil keine laufenden Leasinggebühren anfallen.
❌ Nachteile:
- Hoher Kapitalbedarf: Du brauchst genug Eigenkapital oder musst eventuell auf andere Investitionen verzichten.
- Wertverlust: Autos verlieren schnell an Wert – das Risiko liegt komplett bei dir.
- Verkauf und Wartung: Wenn du das Fahrzeug irgendwann wieder loswerden willst, musst du dich selbst um den Verkauf kümmern. Auch Reparaturen nach der Garantiezeit zahlst du aus eigener Tasche.
2. Leasing – planbare Kosten, aber weniger Flexibilität
✅ Vorteile:
- Planungssicherheit: Feste monatliche Raten machen die Kalkulation einfach.
- Neueste Technik: Du kannst alle paar Jahre ein neues Fahrzeug leasen – gut fürs Image und die Zuverlässigkeit.
- Liquidität bleibt erhalten: Dein Kapital bleibt für andere Investitionen (z. B. Maschinen, Mitarbeiter) verfügbar.
❌ Nachteile:
- Du bist nicht der Eigentümer: Änderungen am Fahrzeug (z. B. spezielle Einbauten) sind nur mit Genehmigung möglich.
- Kilometerbeschränkungen: Überschreitest du die vereinbarte Kilometerfahrleistung, kann’s teuer werden.
- Langfristig teuer: Leasing ist oft teurer als Kauf – du zahlst dauerhaft, ohne am Ende ein Fahrzeug zu besitzen.
3. Finanzierung – ein Mittelweg
✅ Vorteile:
- Flexibler als Leasing: Du wirst Eigentümer des Fahrzeugs, kannst es anpassen und später frei verkaufen.
- Ratenzahlung: Ähnlich wie beim Leasing bleiben deine monatlichen Ausgaben überschaubar.
- Förderfähig: Je nach Bundesland und Programm kannst du unter Umständen staatliche Förderungen oder günstige Kredite (z. B. KfW) nutzen.
❌ Nachteile:
- Zinskosten: Die Finanzierung kostet durch Zinsen insgesamt mehr als der Direktkauf.
- Vertragsbindung: Du bist über Jahre an einen Kredit gebunden – bei wirtschaftlichen Veränderungen kann das belastend sein.
- Bonitätsprüfung: Gerade für Gründer mit noch kurzer Firmenhistorie kann es schwer sein, gute Konditionen zu bekommen.
4. Was ist steuerlich am besten?
- Kauf: Du kannst die Anschaffungskosten über mehrere Jahre abschreiben.
- Leasing: Die monatlichen Raten kannst du direkt als Betriebsausgabe absetzen – das wirkt sich schneller auf deinen Gewinn aus.
- Finanzierung: Die Zinsen und Abschreibungen gelten ebenfalls als Betriebsausgaben.
Tipp: Lass dich von deinem Steuerberater beraten, welche Variante für deinen Betrieb steuerlich und finanziell am sinnvollsten ist.
5. Fazit: Was passt zu deinem Betrieb?
- Du hast Kapital und planst langfristig? → Kauf lohnt sich.
- Du willst flexibel bleiben und brauchst Planungssicherheit? → Leasing kann sinnvoll sein.
- Du willst Eigentum, aber ohne sofort alles zu zahlen? → Finanzierung ist dein Mittelweg.
Ein Firmenfahrzeug ist mehr als nur ein Transportmittel – es ist Teil deines Außenauftritts, deiner Mobilität und deiner Arbeitsfähigkeit. Überlege dir gut, wie du starten willst, und rechne in Ruhe durch. Mit der passenden Finanzierung trägst du entscheidend zum Erfolg deines Betriebs bei.
Bild: istock.com/cla78